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Muay Thai | Thaiboxen

Muay Thai (oder Thaiboxen) ist der thailändische Nationalsport und einer der härtesten Kampfstile der Welt. Beim Thaiboxen sind nicht nur Techniken mit den Fäusten und Beinen, sondern auch mit Ellbogen und Knien erlaubt. Die typischen Muay Thai Shorts, welche man im Shop kaufen kann, sind daher auch eher locker geschnitten.

Muay Thai verbindet Tradition, Kampfgeist und Buddhismus und ist ein wichtiges Stück thailändischer Identität. Jedes Kind in Thailand kennt die Legende, nach der sich ein thailändischer Soldat in Gefangenschaft gegen zehn Kämpfer behaupten musste, um seine Freiheit wiederzuerlangen. Dies gelang ihm aufgrund seiner Thai-Boxing-Fähigkeiten. Noch heute feiert man diesen grossen Sieg, am 17. März, im Rahmen der „Boxernacht“.

Muay Thai | Geschichte und Hintergründe

Die Tradition des Thaiboxen geht weit zurück. Dennoch sind aufgrund des Krieges 1767 zwischen Siam, was wir heute als Thailand kennen, und Birma, das heutige Myanmar, nahezu alle Aufzeichnungen über die lange Tradition des Muay Thai zerstört wurden. Dies geschah während der Eroberung der damaligen Hauptstadt Ayutthaya. Im Jahre 1560 war König Naresuan von Siam in Gefangenschaft der Burmesen und das gilt als Ursprung des Thaiboxen. Er bekam damals die Möglichkeit, sich in einem Zweikampf gegen die burmesischen Champions seine Freiheit zu erkämpfen. Dies gelang ihm und seitdem gilt das Thaiboxen als Nationalsport.

Das ist allerdings nicht die einzige Theorie, die sich auf die Ursprünge des Sports bezieht. Angeblich wurden bei archäologischen Ausgrabungen Beweise entdeckt, welche belegen sollen, dass bereits die Ureinwohner des heutigen Thailands Techniken kannten, die dem Muay-Thai ähnelten. Eine Sicherheit gibt es allerdings – Muay Thai entwickelte sich aus den alten traditionellen Kriegskünsten der Soldaten Thailands.

Bildquelle: wikipedia.de

Thaiboxen | Wettkampf, Training und Techniken

1921 kam erstmals der Ring zum Einsatz und seit 1929 gehören Boxhandschuhe zum festen Inventar des Sports. Davor genügten Handbandagen und ein Tiefschutz, gefertigt aus den Schalen der Kokosnuss. Diese wurde gleichzeitig auch als Zeitmesser für einen Durchgang genutzt. In diese wurde ein Loch gebohrt und dann legte man sie in Wasser. Wenn die Schale unterging, war die Runde zu Ende. Es gab damals 13 Runden! Ab 1929 gab es dann allerdings festgelegte Rundenzeiten, welche abhängig von der Gewichts- bzw. Wettkampfklasse zwischen 2x2 Minuten und höchstens 5x3 Minuten dauerten.

Durch die Einführung festgelegter Regeln gewann die Kunst des Muay Thai nach Ende des Zweiten Weltkrieges immer mehr an Bedeutung. Daraufhin entwickelten sich verschiedene kleiner und größere unabhängige Verbände. Unter ihnen kam es nicht selten zum Streit, bis die Regierung 1995 schließlich den World Muay Thai Council (WMC) gründete. Dieser Organisation unterstehen mittlerweile alle Verbände und somit konnten der Streit, welcher sich über Jahrzehnte hinzog, endlich beendet werden.

Am 26.Juni 1995 wurde der erste offizielle Wettkampf der WMC ausgetragen. Dies hatte auch seine Nachteile. Durch diese organisierten weltweiten Wettkämpfe verlagerte sich der Fokus der Kämpfer auf das Gewinnen und die Leistung im Ring. Somit geriet die historische und kulturelle Tradition des Muay Thai immer mehr in den Hintergrund. Thailands König Bhumibol Adulyadej wollte sich mit dieser Entwicklung nicht abfinden und unterstützt seitdem die reinen Muay-Thai-Akademien, welche ihren Schülern den klassischen Stil beibringen und diese sich keine Gedanken um die Finanzierung machen müssen. So lernen auch heute noch Menschen, wie auf traditionelle Art und Weise Muay Thai praktiziert wird.

Die Namen der Muay Thai Kämpfer

Die thailändischen Kämpfer, auch Muay Thai Boxer genannt, tragen in den meisten Fällen einen Spitznamen und den Namen der Sporteinrichtung, in der sie lernen. Sombat Banchamek und Athit DamKam sind Muay Thai Boxer, trainieren im K-1 und tragen die Spitznamen Buakaw Por. Pramuk und Kaoklai Kaennorsing. In Thailand und der Region ist es üblich, dass die Personen mit dem Familiennamen erwähnt werden und dadurch kommt es bei der Namensgebung der thailändischen Kämpfer häufig zu Schwierigkeiten. Wenn die Namen der Gegner angesagt werden, ist häufig unklar, welcher Name nun bei den Boxern aus Thailand als Nachname gilt, da die Spitznamen noch dazu kommen. Die Athleten aus Thailand werden nämlich generell mit dem ersten Namen angesprochen und somit widerspricht das der Regel, dass nur der Familienname auf der Wettkampftafel steht.

Muay Thai Boran | Traditionelles Thaiboxen

Es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass sich das Muay Thai aus den traditionellen und regulären Kampfstilen entwickelte. Denn irgendwann kamen Soldaten und Krieger auch mit Schwert und Speer nicht mehr weiter und dann kamen Beine, Fäuste und Ellenbogen zum Einsatz.

Die klassischste Art des Sports ist unter dem Namen Muay Thai Boran genannt. Boran ist ein altes Wort für “traditionell und kommt als der Sprache der Pali. Muay Thai Boran ist eine sehr traditionelle und komplexe Kunst des Kämpfens.

Beim Muay Thai Boran werden sowohl unterschiedliche Waffen, als auch verschiedenste Bewegungen eingesetzt. Diese Bewegungen gehen weit über die heutige waffenlose Kampfkunst des Muay Thai hinaus. Damals bezeichnete man das als Krabi Krabong, also Kämpfen mit Kurz- und Langwaffe. Dabei ist Krabi der Degen und Daab das Schwert. Ein Plong, bzw. Sri Sock ist der Stock und Ngauw der Stock mit einen kurzen Schwertaufsatz wurden ebenfalls beim Kämpfen eingesetzt, genauso wie das Dung/Kaen/Mai/Sun/Loh, was Bezeichnungen für das Schild sind.