Wettkampf | Gewichtsklassen, Ringrichter, Runden, Punkte und Regeln

Beim Thaiboxen befindet sich der Ringrichter während des Kampfes die gesamte Zeit über im Ring, trägt eine schwarze Hose und ein weisses Hemd. Er trägt die Verantwortung, dass die Kampfregeln eingehalten werden. Wenn es zu Verstössen kommt, kann er ermahnen, verwarnen oder sogar disqualifizieren. Das hängt jeweils von der Stärke des Verstosses ab. Wenn von ihm das Kommando "break!" ertönt, dann muss der Kampf unterbrochen werden. Daraufhin weichen die Thai Boxer jeweils einen Schritt zurück und dann geht der Wettkampf weiter.

Wenn der Ringrichter allerdings "Stopp!" ruft, wird der Wettkampf komplett unterbrochen. Dann hat er die Möglichkeit, eine Ermahnung oder auch Verwarnung auszusprechen, gegebenenfalls werden noch Verletzungen behandelt und überprüft. Wenn dann ein "Fight!" ertönt, geht der Wettkampf weiter. Die Unterbrechung darf allerdings nicht länger als eine Minute dauern, dann muss alles geklärt sein.

Neben dem Ringrichter gibt es im Muay Thai auch einen Punktrichter, welche für jede Runde punkten. Wenn die Ergebnisse da sind, werden sie von den sogenannten Hauptpunktrichtern überprüft und ausgewertet.

Die Regeln während eines Kampfes sind zum Schutz der Wettkämpfer sehr wichtig und zum anderen kann nur so das einheitliche Punktesystem angewendet werden.

Für jede Runde gibt es eine bestimmte Anzahl an Punkten, ein Kämpfer kann entweder 8, 9 oder 10 Punkte erreichen. Diese werden je nach Einsatz und verwendeter Technik vergeben. Es gibt insgesamt drei Punktrichter, welche den Kampf bewerten und vorher vom Verband bestimmt werden. Der Kampf wird nach dem sogenannten "ten-point-must-system" bewertet, allerdings immer erst nach Ablauf einer Runde. Die Runden werden jeweils unabhängig voneinander bewertet.

Der Wettkämpfer, der die Runde gewonnen hat, bekommt in der Regel zehn Punkte von den Punktrichtern zugesprochen und der Verlierer neun. Wenn es zu Fouls kommt, Niederschlägen oder deutlicher Unterlegenheit, dann kann es dazu kommen, dass dem Verlierer ein weiterer Punkt abgezogen wird. Wenn es zu einem Anzählen während eines Niederschlages kommt, wird dieser nicht gewertet und es gibt keinen Minuspunkt. Bei einer offenbaren Warnung durch einen Punktrichter wird ein Punkt abgezogen. Eine offenbare Warnung hat den Abzug von einem Punkt zur Folge und wenn ein Kämpfer angezählt wird, verliert er ebenfalls einen Punkt. Dadurch kommen dann Wertungen, wie 10:8 zustande. Wenn der Muay Thai Wettkampf beendet ist, werden alle Punkte der einzelnen Runden zusammengerechnet und ein Punktrichter bekommt jeweils eine Richterstimme.

Da es im Thaiboxen insgesamt drei Punktrichter gibt, kann es zu Bewertungen wie 3:0 oder 2:1 kommen. Außerdem ist auch ein Unentschieden möglich, wenn sich die Punktrichter mehrheitlich dafür entschieden haben. Wenn es sich um einen WM-Kampf handelt und es dort zu einem Unentschieden kommt, geht der Titel abermals an den amtierenden Weltmeister.

Gewichtsklassen*

  • Mini Flyweight -47,62 kg / 105 lbs
  • Junior Flyweight -48,99 kg / 108 lbs
  • Flyweight -50,80 kg / 112 lbs
  • Junior Bantamweight -52,16 kg / 115 lbs
  • Bantamweight -53,52 kg / 118 lbs
  • Junior Featherweight -55,34 kg / 122 lbs
  • Featherweight -57,15 kg / 126 lbs
  • Junior Lightweight -58,97 kg / 130 lbs
  • Lightweight -61,24 kg / 135 lbs
  • Junior Welterweight -63,50 kg / 140 lbs
  • Welterweight -66,68 kg / 147 lbs
  • Junior Middleweight -69,85 kg / 154 lbs
  • Middleweight -72,58 kg / 160 lbs
  • Super Middleweight -76,20 kg / 168 lbs
  • Lightheavyweight -79,38 kg / 175 lbs
  • Superlightheavyweight -82,55 kg / 182 lbs
  • Cruiserweight -86,00 kg / 190 lbs
  • Heavyweight -95,00 kg / 209 lbs
  • Superheavyweight +95,00 kg / 209 lbs

Kampfzeit*

  • A-Klasse Profi 5 Runden x 3.0 Min. mit 1.5 Min. Pause
  • B-Klasse Halbprofi 5 Runden x 2.0 Min. mit 1.0 Min. Pause
  • C-Klasse Amateur 3 Runden x 2.0 Min. mit 1.0 Min. Pause
  • D-Klasse Kadetten 3 Runden x 1.5 Min. mit 1.0 Min. Pause

Teilnehmer und Ringrichter

  • 1 Zeitnehmer
  • 3 Punkterichter
  • 1 Ringrichter
  • 1 Haupt-Punktrichter
  • 1 Ringarzt

Für die Überwachung des Kampfes ist der Ringrichter zuständig und er sorgt auch dafür, dass die Wettkämpfer sämtliche Regeln einhalten. Er ist in der Position, Minuspunkte bei Regelverstößen zu verteilen, kann aber nicht punkten.

*Alle Angaben ohne Gewähr. Die aktuellen Regeln findest du auf den Webseiten der jeweiligen Verbände:

Punkte KO, TKO, RSC und DOD

Ein Sieg durch Punktwertung kommt beim Thaiboxen dann zustande, wenn sich die Punktrichter mehrheitlich für den jeweiligen Kämpfer entschieden haben. Das wird dann als Points-Sieg bezeichnet. Ein Draw ist das Unentschieden, auch dann haben sich die Punktrichter in der Mehrheit dafür ausgesprochen.

Ein technischer KO wird als TKO bezeichnet und ist dann entschieden, wenn der Kampf abgebrochen wird aufgrund der Unfähigkeit des Gegners, sich weiter zu verteidigen. Auch eine sportliche Unterlegenheit kann im Muay Thai zu diesem Ausgang des Kampfes führen. Des Weiteren gibt es das sogenannte Knock Out, also KO. Dabei muss der Thai Kämpfer nach einem Niederschlag mindestens zehn Sekunden mit einem Körperteil, ausgenommen den Füßen, den Boden berühren.

Auch eine anderweitige Kampfunfähigkeit kann im Thaiboxen zu diesem Urteil führen. Damit die Zeitmessung auch hierbei korrekt vonstatten geht, zählt der Ringrichter in dem Fall von "1" nach "10". Wenn der Boxer allerdings im Rahmen dieser Zeit wieder kampffähig ist, zählt der Ringrichter weiter bis "8" oder "9" und dann kann der Wettkampf fortgesetzt werden. Es gibt aber auch Situationen, in denen der Schlag des Gegners so heftig war, dass bereits nach der "1" das KO ausgesprochen werden kann. Kommt es dazu, dass der Thaiboxer innerhalb einer Runde dreimal angezählt wird, wird der Kampf durch den Ringrichter abgebrochen. Das gleiche gilt, wenn der Boxer innerhalb eines gesamten Kampfes viermal angezählt wird. Unter einem SUR ist zu verstehen, dass der Sieg durch Aufgabe des Gegners zustande gekommen ist.

Ein Sieg durch Aufgabe des Kampfes ist im Muay Thai dann rechtmäßig, wenn der Boxer den Kampf selbst aufgibt oder sein Sekundant dafür sorgt. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit des DOD - Doctor Decision. Dafür ist der Ringarzt zuständig und dieser bricht den Kampf ab, sobald er nach Begutachtung des Sportlers zu dieser Entscheidung kommt.

Ein Referee Stop Contest (RSC) tritt ein, wenn der Ringrichter den Kampf abbricht. Das tut er, wenn der Kampf durch Verteidigungsunfähigkeit oder sportlicher Unterlegenheit keine Zukunft mehr hat. Auch der Ringarzt darf dem Ringrichter diese Entscheidung signalisieren. Auch wenn der Thaiboxer durch einen Unfall während des Wettkampfes kampfunfähig wird, muss der Kampf durch den Ringrichter abgebrochen werden. Auch ein Ende durch Disqualifikation des Gegners ist möglich. Das kann eintreten, wenn ein Boxer zum dritten Mal verwarnt werden muss und in besonders schwerwiegenden Fällen kann es auch zu einer direkten Qualifikation kommen. Dies bedarf dann auch keiner vorherigen Verwarnung.

Auch wenn der Thaiboxer den Ring verlässt und nach zehn Sekunden nicht wieder zurück ist, wird er disqualifiziert. Erscheint ein Thaiboxer aufgrund einer Verletzung, zwecks Übergewicht oder aus verschiedenen anderen Gründen nicht zum Kampf, bzw. kann diesen nicht antreten, kommt es im Thaiboxen zu einem Sieg durch Nichtantreten. Manchmal kann es auch sein, dass der Ring defekt ist oder es zu Ausschreitungen unter den Zuschauern kommt, dann wird der Muay Thai Kampf ohne Entscheidung abgebrochen und es kommt nicht zu einem Urteil.